Dienstag, 3. Januar 2012

Gedanken zur Jahreslosung

Jesus Christus spricht: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig"
(2. Korinther 12,9)
"Herr, ich will, aber ich kann nicht" - dieses Gebet begleitet mich eigentlich, seitdem ich Christ geworden bin.
Zum ersten Mal betete ich es, als ich als junger Christ vor der Frage stand, Menschen zu vergeben, die an mir schuldig geworden sind. Erst nachdem Gott an mir gearbeitet hatte, war ich bereit dazu. Aber ich musste feststellen, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen der Bereitschaft, etwas zu tun und es dann tatsächlich umzusetzen. Ja, ich wollte vergeben, aber ich habe es nicht geschafft. An diesem Punkt fing ich an zu beten: "Herr, ich will, aber ich kann nicht."
Einige Zeit später begegnete mir Gott auf übernatürliche Weise, und er nahm mir allen Hass gegen meine "Schuldner" aus dem Herzen. Ich spürte, wie Vergebung und Liebe in mein Herz kamen. Eine Woche später haben wir uns miteinander versöhnt. Dieses Gebet "Herr, ich will, aber ich kann nicht" betete ich auch, als ich vom Rauchen frei werden wollte.
Am Anfang wollte ich gar nicht aufhören, weil ich gerne geraucht habe. Aber ich wusste, dass es falsch war. Ich musste Gott erst einmal bitten, mir das Wollen zu schenken und dann das Vollbringen. Gott hat mein Gebet erhört. Es war die ehrliche Haltung meines Herzens: "Ja Gott, ich will mit dir gehen." Aber so oft scheitere ich an meinen eigenen Unzulänglichkeiten. Doch was ich erlebt habe in all den Jahren ist, dass Gott eingegriffen hat. Gottes Kraft ist in dem Schwachen mächtig. Wenn wir beten "Herr, ich will und ich kann auch. Was soll ich als nächstes tun?", ist das Ergebnis oft Frustration.
Da haben wir uns angestrengt und abgemüht, die richtigen Beratungsbücher gekauft usw., und sind oft noch keinen Schritt weiter vorangekommen. Gott sieht unser ehrliches Bemühen und er kennt auch unsere Schwachheit. Es geht ihm nicht darum, dass wir alles bis ins kleinste Detail richtig machen. Ihm genügt unsere aufrichtige Herzenshaltung und das Eingeständnis der eigenen Schwachheit. Gerade in der eigenen Kapitulation erfahren wir, wie Gott in unserem Leben handelt. So wünschen wir Euch, dass Ihr im Eingeständnis der eigenen Schwachheiten Gottes Handeln und seine Kraft an und durch Euch erlebt.
Jürgen Werth